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Papiertiger oder Politikwandel – Gleichstellungspolitik in Japan

23. Februar 2019 von 18:0019:30

Eintritt frei

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe: Japans Frauen wird Dr. Holdgrün zum Thema:  Papiertiger oder Politikwandel – Gleichstellungspolitik in Japan referieren.

Die Frau in Japan wurde noch in den 70iger Jahren auf ihre Rolle als Mutter, Hausfrau und Pflegerin von Angehörigen reduziert. 1979 unterzeichnete Japan die “UN Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau” und entwickelte nachfolgend auf dem Papier durchaus ehrgeizige Ziele zur Gleichstellung. Ein Meilenstein auf diesem Weg ist das Inkrafttreten des “Basic Law for a Gender-equal Society” im Jahr 2000, das eine Gesellschaft mit “gemeinsamer Partizipation” von Männern und Frauen als Ziel vorgibt.

Doch aller progressiven Ziele und Slogans zum Trotz liegt Japan auch heute immer noch, was die ökonomische und politische Partizipation von Frauen angeht, im internationalen Vergleich weit abgeschlagen: 2017 belegte Japan beim Global Gender Gap Report nur den 114. Platz von 144 Ländern.

In ihrem Vortrag geht Dr. Phoebe Stella Holdgrün anhand von Beispielen aus ihrer Feldforschung rund ein Jahrzehnt nach der Unterzeichnung des “Basic Law” in den Präfekturen Nagasaki und Shiga den Gründen für dieses schlechte Abschneiden trotz hoher Ziele nach, indem sie nach der Art und Weise der Umsetzung von Gleichstellungspolitik in Japan fragt. Die Präfektur Shiga war zum Zeitpunkt der Untersuchung eine im nationalen Vergleich in Sachen Gleichstellung sehr gut aufgestellte Präfektur, die sogar von einer Gouverneurin geführt wurde. Nagasaki dagegen gehörte zu den Schlusslichtern unter allen Präfekturen.

Dr. Holdgrün hinterfragt die Mechanismen, die dort jeweils wirkten, und schlägt den Bogen zu der aktuellen Politik des japanischen Ministerpräsidenten Abe zur Förderung der Frau: “Womenomics” soll Frauen auch in der Gesellschaft “leuchten” lassen  –  aber handelt es sich nicht doch eher wieder um einen Papiertiger anstelle von substantiellem Politikwandel?

 

Phoebe Stella Holdgrün promovierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit einer Politikfeldanalyse zur Implementierung von Geschlechtergleichstellung in Japans Präfekturen. Von 2012 bis 2017 war sie wiss. Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Japanstudien. Am DIJ befasste sie sich mit dem Stellenwert von politischer Partizipation im Leben von Aktivisten und dem Zusammenhang zu subjektivem Glücksempfinden. Seit Nov. 2017 arbeitet sie für die Universität Bielefeld an einer “Diversity Policy”. Bei ihrer Arbeit steht die kritische Auseinandersetzung mit Vielfalt im geschichtlichen und kulturellen Sinne im Vordergrund. Die positive Besetzung des Begriffs “Diversity” aufrecht zu erhalten, gehört auch dazu. Konkret geht es Dr. Phoebe Stella Holdgrün darum, mit den neuen Richtlinien die Chancengleichheit zu erhöhen.

 

Details

Datum:
23. Februar 2019
Zeit:
18:00 – 19:30
Eintritt:
Eintritt frei
Veranstaltung-Tags:
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Veranstalter

Deutsch-Japanische Gesellschaft Bielefeld e.V.
Volkshochschule Bielefeld

Veranstaltungsort

VHS Bielefeld, Raum 240
Ravensberger Park 1
Bielefefeld, 33602
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