Vortrag von Joachim Alt (Jap.-Deut. Gesellschaft Niigata): „Der 2. Weltkrieg in Anime: Ein Überblick“

Schon seit den 1970er Jahren befassen sich japanische Zeichentrickfilme (Anime) auch retrospektiv mit dem 2. Weltkrieg – natürlich vorwiegend aus der Sicht Japans. Und obwohl Anime seit den späten 90ern international zunehmend an Popularität gewinnen, steht es um das Wissen über Kriegs-Anime doch sehr schlecht. Außer „Barfuß durch Hiroshima“ (1983) und „Die letzten Glühwürmchen“ (1988) sind kaum Titel bekannt und der allgemeine Konsens lautet, dass Kriegs-Anime japanische Kriegsverbrechen leugnen oder beschönigen und Japan grundsätzlich in der Opferrolle darstellen. Aber stimmt das? Dieser Vortrag bietet eine Übersicht über das volle Spektrum von Kriegs-Anime und räumt mit Mythen über das japanische Kriegsgedächtnis auf.
Joachim Alt (Phd) ist seit 2025 Assistant Professor im Programm für interdisziplinäre Japanstudien der staatlichen Universität Niigata und dort auch Mitglied der Japanisch-Deutschen Gesellschaft Niigata. Er lebt seit 2010 in Japan und befasst sich seit seinem Masterstudium an der staatlichen Universität Hokkaido mit der Darstellung des 2. Weltkriegs in Anime. In früheren Positionen war er beispielsweise am staatlichen Museum für japanische Geschichte (Rekihaku) und der Privatuniversität Waseda tätig. Unter anderem hat er an dem Sammelband „Thinking with Animation“ (Cambridge Scholars Publishing, 2021) mitgewirkt.
Einlass/Stehempfang ab 18:30 Uhr
Beginn des Vortrags: 19:00 Uhr
